
Pesche Wüthrich aus Murten, geboren im November 1964, ist ein Schweizer Kletterpionier der ersten Stunde und prägte die Generation des Freikletterns entscheidend mit. Als in den 1980er-Jahren die große Sportkletterwelle aufkam, war er eine der treibenden Kräfte und verschob mit der Erstbegehung immer anspruchsvollerer Routen die Grenzen des Machbaren. Bis heute ist seine Passion ungebrochen: Allein im Tessin hat er über 1000 neue Routen eröffnet.
„Meine Mutter stammt aus Kandersteg, weshalb ich schon als Kind die Bergsteiger beobachten konnte“, erinnert sich Wüthrich. „Daraus entstand mein Wunsch, selbst in diese Wände zu steigen. Als Basis und Inspiration dienten mir die Bücher von Bergsteigerlegenden wie Heinrich Harrer, Gaston Rébuffat, Lionel Terray und Paul Etter.
Die Faszination, an eine Grenze zu gehen, an der auch der Tod kein Tabu ist, kam erst später – besonders in meinen jungen Jahren. Zum Glück weiß man in dieser Phase noch nicht, was das wirklich bedeutet. Das wird einem erst klar, wenn treue Weggefährten plötzlich nicht mehr unter uns weilen.
Trotzdem liebe ich das Klettern in all seinen Facetten. Zudem wollte ich immer Neues entdecken: in der Jugend als Höhlenforscher, später bei den Erstbegehungen neuer Felswände. Mit dem Alter haben sich meine Werte jedoch verschoben. Es ist für mich nicht mehr wichtig, mich ausschließlich als Kletterer zu definieren. Grundsätzlich möchte ich gesund bleiben und meine beiden Töchter auf ihrem Lebensweg begleiten. Aber natürlich werde ich weiterhin klettern – einfach, weil ich es wunderschön finde.“
Angesprochen auf die fortschreitende Kommerzialisierung im Sport, meint er: „Die Kommerzialisierung gab es schon immer. Auch wir haben dazu beigetragen und unsere Erstbegehungen vermarktet – das gehörte schlicht zum Job. Gezeigt hat uns das zum Beispiel Reinhold Messner. Er war sicherlich einer der ersten neuzeitlichen Bergsteiger, der vom Bergsport leben konnte. Ob man das nun gut oder schlecht findet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich ist die Kommerzialisierung unseres Sports, als Kletterer, welcher davon leben möchte, ein notwendiges Übel. Als Mensch stehe ich aber nicht gerne im Rampenlicht.“
Details zum Kartenverkauf: Buchhandlung Backhaus
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Ort: Space, Ludwig Forum





